Prämenopausale Osteoporose in Österreich

Eine Pilotstudie für Einblicke in Diagnosewege, Therapiemanagement und Lebensqualität von Frauen

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Osteoporose.Selbsthilfe.Österreich www.osteoporose-selbsthilfe.org läuft seit Juli 2021 eine Pilotstudie, um erstmals für Österreich Frauen mit prämenopausaler Osteoporose in den Fokus sozialwissenschaftlicher Forschung zu nehmen.

Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochenstoffwechsels, welche meist mit hohem Alter und dem weiblichen Geschlecht in Verbindung gebracht wird. Von jüngeren Frauen, die an prämenopausaler oder sekundärer Osteoporose leiden, wird selten in der Öffentlichkeit gesprochen. Die Prävalenz für die Diagnose von prämenopausaler Osteoporose bei Frauen beträgt jedoch, abhängig von der untersuchten Bevölkerung und der genauen Definition von Osteoporose, bis zu 50% (Pepe et al., 2020).

Zu diesem Thema gibt es aus medizinischer Sicht wenige Studien und aus sozialwissenschaftlicher Sicht kaum Studien oder Informationsmaterial, so der derzeitige Recherchestand. Der Bedarf an Information und Unterstützung ist jedoch da, was die Recherche in Facebook-Gruppen zu prämenopausaler Osteoporose (in Beobachtung seit Oktober 2020) sowie Gespräche mit der Osteoporose Selbsthilfe Österreich zeigen – fehlende Aufklärung zur Prävention, Behandlung oder dem Umgang mit der Erkrankung führen zu starker Verunsicherung. Die Osteoporose.Selbsthilfe.Österreich bietet eine Patientenhotline und Selbsthilfegruppen an, welche jedoch hauptsächlich von älteren Frauen in Anspruch genommen werden. Somit ist es auch für diese Organisation interessant, ein Projekt zur Erforschung von Frauen mit prämenopausaler Osteoporose in Österreich zu starten, diesen konsequenterweise bessere Informationen und Hilfestellungen bieten zu können und schließlich auch einen Beitrag zur Schließung einer Forschungslücke zu leisten.

Ziel der Arbeit ist es einen ersten Überblick zu bekommen, was Frauen mit prämenopausaler Osteoporose in Österreich unterstützen würde und wie ihr Krankheitserleben ist. Die Relevanz des Themas ist gegeben, da Osteoporose eine weit verbreitete Erkrankung, besonders unter Frauen, darstellt. Der theoretische Rahmen umfasst die Fächer Psychologie und Medizinanthropologie und schließt folgende Bereiche jedenfalls mit ein: chronische Erkrankungen, Fragilität, Temporalität, Therapiemanagement/Adhärenz und Social Prescribing.

Im qualitativen Forschungsdesign werden narrative Interviews nach Schütze und deren Auswertung mittels Narrationsanalyse und thematischer Analyse umgesetzt, um erste Ergebnisse zu erlangen. Gesprächspartnerinnen mit einer Diagnose, bevorzugt aus den Bundesländern Oberösterreich bzw. Vorarlberg (aber nicht eingeschränkt darauf), sind bis Februar 2022 eingeladen an der Studie teilzunehmen. Das Team ist mobil und freut sich über virtuelle oder persönliche Gespräche.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

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